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Geschichte

 

Mellrichstadt ist eine der ältesten Kulturstätten Frankens. Die Gegend war, wie Funde bezeugen, schon immer bevorzugtes Siedlungsgebiet. Die ursprüngliche Schreibweise Madalrichestat dürfte auf den Gaugrafen und Richter Malaricus zurückgehen, den der römische Geschichtsschreiber Ammianus Marcellinus um 350 nach Christi Geburt erwähnt. Der karolingische Königshof Madalrichestat ent- wickelte sich zum kulturellen, wirtschaftlichen und verwaltungsmäßigen Mittelpunkt des fränkischen Westergaues. War es in der vorchristlichen Zeit und während der Zeit der Völkerwanderungen die besondere geographische Lage, so sorgte in späteren Jahrhunderten die große Heeresstraße Thüringen – Franken, die an Mellrichstadt vorbeiführte, ständig für Unruhen. Dies veranlasste schließlich die Herren der Stadt, für die Stadt selbst und auch für umliegende, zu ihrem Herrschaftsbereich gehörende Ortschaften starke Befestigungsanlagen zu schaffen.
Der Investiturstreit war Anlass einer Schlacht zwischen Heinrich IV. (Gang nach Canossa) und seinem Gegenkönig Rudolf von Schwaben. Sie fand im Jahre 1078 auf dem Grafenberg zwischen Mellrichstadt und Oberstreu statt – der Name der Stndt ging damit in die Geschichte ein.
Im 13. bis 15. Jahrhundert erweiterte sich die Ursiedlung um den ehemaligen Königshof durch Einbeziehung des Brügels (Fronhof) im Süden und des Schlosses im Norden zu dem heutigen Altstadtkern, der in Form einer Ellipse gut erkennbar ist. Diese Form ist auch der Verlauf der Stadt- mauer, die im 13. Jahrhundert erbaut wurde. 1232/1233 erfolgte die Erhebung zur Stadt. Das älteste Stadtsiegel von 1273 zeigt die Stadt bereits mit Mauern, Türmen und Toren.

Die Hauptstraße erweitert sich in der Mitte der Stadt zum Marktplatz, um den sich heute das Bürgerhaus, stattliche Fachwerkhäuser, moderne Ladengeschäfte und Gaststätten gruppieren. Bei einem Rundgang um die noch sehr gut erhaltene Stadtmauer mit ihren idyllischen Wasserpartien am Malbach und an der Streu, oder beim Bummel durch die alten Gassen mit ihren schönen Fachwerkhäusern sind viele malerische Winkel zu entdecken. Besonders eindrucksvoll ist der Anblick dort, wo der giebelige Bau des Alten Schlosses hoch über der Streu aufragt.
Von den Befestigungstürmen, die, wie die Stadtmauer, im 13. Jahrhundert errichtet wurden, stehen nur noch an der Nordostecke der Stadt der mit einer barocken Kuppelhaube wieder hergestellte Bürgerturm und am nördlichen Stadteingang der Pulverturm. Aus dieser Zeit stammen auch zwei Pforten, die Bad- und die Malpforte. Zwei alte Warttürme, der Suhles- und der Galgenturm, halten auf nördlicher und westlicher Höhe seit Jahrhunderten Wacht. Sie sind Reste einer Reihe von Türmen, die in mittelalterlicher Zeit ein Wach- und Warnsystem darstellten.
Aber auch auf schulischem Gebiet ist Mellrichstadt bereits in früheren Zeiten hervorgetreten. Aus der mittelalterlichen Rektorenschule (Lateinschule) gingen mehrere berühmte Männer hervor: Dr. Martin Pollich, der 1502 Mitbegründer der Universität Wittenberg war und Paulus Melissus Schedius (1539 in Mellrichstadt geboren), der am Hofe Kaiser Ferdinands I. als Dichter lebte, von ihm geadelt und zum ”poeta laureatus” erhoben wurde. Mit Recht kann gesagt werden, dass die schulische Tradition heute fortgeführt wird. Der Jugend wird in einem Gymnasium (nach Martin Pollich benannt), sowie in Real-, Berufs-, Haupt- und Grundschule Wissen als Wegbereiter für das spätere Leben vermittelt.
Mellrichstadt, das bis zum Zweiten Weltkrieg wirtschaftlich nach Thüringen orientiert war, hatte, hervorgerufen durch die totale Zonengrenzziehung, große Schwierigkeiten zu überwinden. Aber die Stadt hat sich behauptet und zielstrebig daran gearbeitet, Arbeitsplätze zu schaffen und Absatzgebiete im Süden und Westen zu bekommen.
Nach der Wiedervereinigung hat Mellrichstadt seine wirtschaftliche Stellung ausgebaut und viele Verbindungen nach Thüringen wieder aufleben lassen.
 
   


 



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